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Von Schaf zu Schaf

 – Manchmal guckt er in den Spiegel,
Meistens guckt ein Mensch zurück,
Meistens ist er es dann selber,
Manchmal dreht sich auch das Glück.

Beispielsweise wenn ein Schaf guckt
Und den Guckenden erschreckt:
Welcher Teufel hat, so fragt er,
Die Verwechslung ausgeheckt?

Wer ist wer in solchem Falle?
Wo verblieb der Unterschied?
Gilt das Spiegelbild auf Dauer?
Wehe, wenn‘s ein Mitmensch sieht!

Ich als Schaf, ich sage: Macht nichts,
Ich als Schaf seh‘ das nicht eng –
Wenn ein neues Sein jetzt anfängt,
Und der Mensch hinfort als Schaf denkt,
Ist der Schrecken schon geschluckt,
Eh' er in den Spiegel guckt.

 


 Gesang der Schafe

– Denn wir Schafe sehen euch entgegen,
Sehn euch langsam auf uns zu bewegen,
Denken euch verjagt aus euern Herden,
Sehn euch, näher kommend, Schafe werden.

Unser Darwin sieht in seiner Denkerstube
Eure Art sogar im Umkehrschube,
Sieht euch Schafe werden und dann Hasen,
Sieht als Frösche euch beim Backenblasen,
Schließlich Würmer werden oder Quallen,
Sieht am Ende euch zu Staub zerfallen.

Wir hingegen, wachend und im Schlafe,
Sehn euch, näher kommend, noch als Schafe,
Und als solche seid ihr uns willkommen
Und ins neue Dasein aufgenommen.
Hieß das alte Dasein Dauerkrise,
Liegt das Glück im neuen auf der Wiese,
Also lasst es uns beblöken und beträumen,
Und das alte lasst uns aus den Hirnen räumen.